Wir sind Ärzte!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

endlich sind die Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder da, wo sie hingehören: im Gelben Heft! Das ist mehr als eine Stärkung der präventionsorientierten Zahnmedizin. Durch die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) agieren wir auf Augenhöhe mit Kinder- und anderen Fachärzten.

Dass sich unsere Tätigkeit nicht auf 32 Zähne beschränkt, zeigte auch die Reaktion auf die Forderung des CDU-Wirtschaftsrates, die Zahnmedizin aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auszulagern. Es hat mich persönlich sehr bewegt, dass dieser absurde Vorschlag gerade bei Humanmedizinern und Kassenvertretern auf entschiedene Ablehnung stieß. Auch die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) zeigte Flagge, wie Sie auf Seite 6 nachlesen können.

Wir können also stolz darauf sein, dass heute kein ernst zu nehmender Mediziner oder Gesundheitspolitiker mehr negiert, dass die Zahnmedizin Teil der Daseinsfürsorge ist. Ganz im Gegenteil! Allmählich setzt sich sogar die Erkenntnis durch: Gesund beginnt im Mund!

Deshalb haben Sie mit den Einlegern für das Gelbe Heft von uns auch ein Praxisplakat mit genau diesem Slogan erhalten.

Aktuell ist die Auslagerung der Zahnmedizin aus der GKV kein Thema mehr. Aber noch ist das letzte Wort hierzu nicht gesprochen. Denn Ende März wird die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission erste Vorschläge für die Sanierung der GKV-Finanzen vorlegen. Wir können nur hoffen, dass die Zahnmedizin weiterhin „unter dem Radar“ bleibt.

Unser wichtigstes Argument ist und bleibt: Prävention wirkt! Sie alle haben gemeinsam mit den Patienten dazu beigetragen, dass sich der Anteil der Zahnmedizin an den GKV-Gesamtausgaben in den vergangenen 20 Jahren nahezu halbiert hat. Wenn das deutsche Gesundheitssystem langfristig finanzierbar bleiben soll, führt an einer stärkeren Präventionsorientierung kein Weg vorbei. Eine reine Reparaturmedizin können wir uns angesichts des demografischen Wandels schlichtweg nicht mehr leisten. Deshalb ist die KZVB auch Gründungsmitglied im „Bündnis Prävention Bayern“ des bayerischen Gesundheitsministeriums.

Wir dürfen also selbstbewusst feststellen: Die Zahnmedizin ist heute Vorbild für nahezu alle anderen Medizinbereiche. Zahnärzte sind Ärzte und im Hinblick auf die Prävention ziemlich gute!

Die befundorientierten Festzuschüsse für Zahnersatz, das Bonusheft und die Gruppenprophylaxe der LAGZ sind wichtige Bausteine für die Verbesserung der Mundgesundheit. Aber am Ende des Tages sind Sie und Ihr Praxisteam die wichtigsten Multiplikatoren für unsere wichtigste Botschaft: Jeder Patient hat es selbst in der Hand, ob seine Zähne bis ins hohe Alter gesund bleiben oder ob er schon in jungen Jahren einen zu Recht teuren Zahnersatz braucht.

Ich sage selbstbewusst: Das sollen uns andere Mediziner erst einmal nachmachen.

Ihre Dr. Marion Teichmann
Stv. Vorsitzende des Vorstands der KZVB