Wer anschafft, zahlt!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach vier Monaten Vorstandsarbeit in der KZVB habe ich gelernt: Der Handlungsspielraum, den der Gesetzgeber der Selbstverwaltung lässt, ist begrenzt. Umso wichtiger ist es, dass wir ihn konsequent zum Vorteil des Berufsstandes nutzen.

Die KZVB-Umfrage zum Bürokratieabbau (siehe Seite 5) zeigt klar und deutlich, was die Zahnärzte am meisten belastet. Das Thema Budgetierung liegt mit weitem Abstand an erster Stelle. Auf Platz zwei folgen der Fachkräftemangel und kurz dahinter die Telematik-Infrastruktur (TI). Zwei dieser Probleme sind eindeutig politisch verursacht. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Mittel für die Patientenversorgung gesetzlich begrenzt, sein Vorgänger Jens Spahn (CDU) die Anbindung der Praxen an die TI erzwungen und die gematik verstaatlicht.

Und was ist jetzt mit unserem Handlungsspielraum? Bei der Budgetierung kommt es entscheidend darauf an, wie man den Mangel verwaltet. Der 2018 von der Vertreterversammlung beschlossene Honorarverteilungsmaßstab (HVM) muss nun seinen ersten Stresstest bestehen. Seit März informiert Sie unser Budgetradar tagesaktuell über den Stand der Budgetausschöpfung. Bei bayernweiten Infoveranstaltungen werden wir ab 24. Mai mit Ihnen darüber diskutieren, wie wir als Berufsstand auf die Budgetierung reagieren können. Die Termine finden Sie auf kzvb.de.

Bei der TI gilt die aktuelle Finanzierungsvereinbarung noch bis Ende Juni (siehe Seite 4). Unser Appell: Verschenken Sie kein Geld! Beantragen Sie jetzt alle Pauschalen, die Ihnen zustehen! Wie es ab Juli mit der Finanzierung der TI weitergeht, ist offen. Unsere Forderung ist aber klar: Wer anschafft, zahlt! Wenn der Gesetzgeber an der störungsanfälligen TI festhält und neue Anwendungen wie die elektronische Patientenakte verpflichtend macht, hat er auch für die Kosten aufzukommen. Und zwar in vollem Umfang!

Ihre

Dr. Marion Teichmann

Stv. Vorsitzende der KZVB