Ein Beitrag von Dr. Ella Ohlsson, Dr. Adrian Perez, Priv.-Doz. Dr. Mayte Buchbender, Prof. Dr. Kerstin Galler und Priv.-Doz. Dr. Eva Maier
Traumatische Verletzungen der Zähne und der umgebenden Weichgewebe gehören zu den häufigsten Notfallsituationen in der zahnärztlichen Praxis. Epidemiologische Studien zeigen, dass dentoalveoläre Traumata insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftreten, wobei Stürze, Sportverletzungen und Verkehrsunfälle zu den häufigsten Ursachen zählen. Neben den Zahnhartsubstanzen und der Pulpa sind dabei regelmäßig auch die perioralen Weichgewebe involviert.
In der Akutsituation liegt der klinische Fokus korrekterweise häufig auf der Versorgung offensichtlicher Zahnfrakturen und der Beurteilung einer möglichen Pulpabeteiligung. Endodontische Komplikationen infolge von Kronen- und Kronen-Wurzel-Frakturen, sowohl mit als auch ohne Eröffnung der Pulpa, sind für erfahrene Behandelnde in der Regel gut diagnostizierbar und therapierbar. Demgegenüber werden rein weichgewebige Begleitverletzungen, insbesondere das Versprengen von Zahnfragmenten in die Lippen, am Unfalltag nicht selten übersehen oder in ihrer klinischen Relevanz unterschätzt.