KZVB wirbt bei Fachmesse für Praxisgründung oder -übernahme
Die KZVB nutzte die infotage FACHDENTAL, um zum einen den Zahnmedizinstudenten frühzeitig die Chancen nahezubringen, die mit einer Niederlassung verbunden sind. Zum anderen machte sie aber auch Praxisinhaber auf ein leider noch weitgehend ungenutztes Potenzial im Versorgungsalltag aufmerksam – die Kooperation mit Pflegeheimen.

Die im Zweijahresrhythmus in München stattfindende FACHDENTAL ist mit mehr als 1 700 Besuchern eine der wichtigsten Dentalmessen im deutschsprachigen Raum. Sie zieht naturgemäß viele Kollegen aus Bayern an. Unter den Besuchern waren aber auch Zahnmedizinstudenten. Interessiert lauschten einige der künftigen Kollegen den Ausführungen des KZVB-Vorstandsvorsitzenden Dr. Rüdiger Schott. Hellhörig wurden sie, als er – gestützt auf Honorardaten aus dem für KZVB-Mitglieder einsehbaren Niederlassungsradar – auf das Umsatzpotenzial zu sprechen kam, das zum Beispiel mit einer Praxisübernahme auf dem Land außerhalb und weitab der Großstädte wie München oder Nürnberg verbunden ist.
„Der Mut zum Schritt in die Freiberuflichkeit wird auf jeden Fall belohnt“, so Schotts Kernbotschaft. Denn als Praxischef sei man der eigene Herr im Haus, könne die zahnmedizinische Versorgung der Patienten nach eigenen Akzenten prägen. Zudem seien die Verdienstmöglichkeiten bei Weitem höher als im Angestelltenverhältnis, ergänzte der Vorsitzende der KZVB-Bezirksstelle München Dr. Christian Öttl.

Mehr Flexibilität als Praxisinhaber
Als großes Existenzgründungshindernis empfinden vor allem Zahnärztinnen eine noch anstehende Familiengründungsphase. Sie wollen eher als Angestellte mehr Freiraum für ihr Privatleben gewinnen, sich nicht auch noch um Praxismanagementaufgaben kümmern müssen. Dabei würden sie aber einer Fehlannahme unterliegen, stellte VFB-Vizepräsidentin Dr. Andrea Albert, die sich bereits kurze Zeit nach der Approbation 2003 in Eichstätt niedergelassen hat, klar. Sie wandte sich speziell an die (künftigen) Kolleginnen im Auditorium – als Mutmacherin: „Als Praxischefin haben Sie mehr Spielraum als angestellte Zahnärztinnen, wenn es darum geht, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.“
Banken finanzieren ohne große Hindernisse
Einige Zahnärzte schrecken im ersten Moment auch vor den Investitionskosten zurück, die mit einer Praxisübernahme oder -gründung verbunden sind. Sie haben Angst vor dem Scheitern des Unternehmens Zahnarztpraxis. Dafür bestehe aber in der Regel kein Grund, stellte der ehemalige Präsident der Bundeszahnärztekammer und KZVB-Referent Prof. Dr. Christoph Benz klar. Das Risiko, das Praxisgründer im Normalfall eingingen, sei minimal – nur eine von mehr als 1 500 Zahnarztpraxen werde insolvent. „Wenn das Start-up Zahnarztpraxis an die Wand fährt, dann nicht wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit. Der Grund sind in der Regel private Probleme!“ Banken begleiteten Praxisfinanzierungen vor allem in der Zahnmedizin sehr gerne, waren sich die Podiumsteilnehmer einig.

Viele Vertragszahnärzte haben nach Ansicht von Maximilian Schwarz, bei der KZVB Geschäftsbereichsleiter Rechtsangelegenheiten und Gerichtsverfahren, das Potenzial noch nicht erkannt, das Kooperationsverträge bieten. So würden viele Pflegeheime erfolglos nach zahnärztlichen Partnern für die aufsuchende Betreuung suchen (siehe auch Seite 12).
Praktische Tipps zum Qualitätsmanagement im Praxisalltag gab KZVB-Referent Dr. Thomas Reinhold. Viele Messebesucher nutzten zudem die Möglichkeit, am gemeinsamen Stand von KZVB und BLZK Fragen zur rechtssicheren Abrechnung zu stellen.
Matthias Wallenfels