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Können wir Krise?

Zeitenwende wirkt sich auch auf das Gesundheitswesen aus

Spätestens mit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich die Welt fundamental verändert. Der Begriff der Zeitenwende hat sich etabliert. Mit neuen Bedrohungslagen und Krisenszenarien befasste sich vor Kurzem auch der Gesundheits- und Pflegepolitische Arbeitskreis der CSU (GPA). Die bayerischen Zahnärzte wurden bei dem Kongress vom KZVB-Vorsitzenden Dr. Rüdiger Schott vertreten.

Der neue außenpolitische Kurs der USA erhöht den Druck auf die Europäische Union, die Sicherheit ihrer Außengrenzen selbst garantieren zu können. Bereits unter der Ampelkoalition flossen Milliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr. Bundeskanzler Friedrich Merz setzt diesen Kurs fort. Szenarien, die bis vor Kurzem undenkbar waren, erfordern ein neues Denken. So hat der Berliner Senat kürzlich den Rahmenplan „Zivile Verteidigung Krankenhäuser“ vorgestellt. Ein darin enthaltenes Szenario: Berliner Kliniken müssen Kriegsverletzte aus anderen Nato-Staaten versorgen. Dafür müssten ausreichend Vorräte an Medizin und Verbandszeug sowie Notstromaggregate zur Verfügung stehen. Doch auch ohne Krieg ist die deutsche Infrastruktur bedroht. Neben einer erneuten Pandemie könnten Cyber- oder Terrorangriffe das öffentliche Leben zum Erliegen bringen.

Wie gut Bayern auf ein solches Szenario vorbereitet wäre, diskutierten Experten beim Kongress des GPA – unter ihnen Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm und Prof. Dr. Udo Kaisers vom Universitätsklinikum Ulm. Initiiert und moderiert wurde die Veranstaltung vom GPA-Vorsitzenden Bernhard Seidenath, MdL.

Dr. Rüdiger Schott machte klar, dass auch der ambulante Sektor und insbesondere die zahnmedizinische Versorgung resilienter werden müssten. Die KZVB sei diesbezüglich bereits im Austausch mit dem bayerischen Gesundheitsministerium. Es brauche ausreichende Vorräte an Antibiotika, Anästhetika und Verbrauchsmaterial – idealerweise auch wieder mehr Produktionskapazitäten im Inland. Deutschland müsse unabhängiger von Importen werden, falls es zur Unterbrechung von Nachschubwegen komme. Dies sei eine der Lehren aus der Corona-Pandemie.

Leo Hofmeier


Der Gesundheits- und Pflegepolitische Arbeitskreis der CSU (GPA) engagiert sich für ein verbessertes Gesundheitssystem, insbesondere um konstante Verbesserungen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Es geht unter anderem um das Bewahren und Stärken einer wohnortnahen und flächendeckenden Versorgung, das Fördern neuer Behandlungsmethoden und der Prävention, innovative Behandlungsmethoden, mehr Mitwirkung und Eigenverantwortung für Patienten wie auch um Strategien für ein selbstbestimmtes Leben im Alter.