Wer in der Prophylaxe ohne Assistenz arbeitet, kennt die Herausforderung: Während der Behandlung müssen die Instrumente sicher geführt, Flüssigkeiten zuverlässig abgesaugt sowie Zunge und Wange vom Arbeitsfeld ferngehalten werden.
Ein herkömmlicher Speichelsauger erleichtert diese Aufgabe nicht immer. Er kann verrutschen, sich unangenehm an der Mundschleimhaut festsaugen oder vom Patienten mit der Zunge weggeschoben werden. Gelangt er zu weit in Richtung Rachen, kann dies zudem den Würgereiz verstärken. Solche Unterbrechungen stören den Arbeitsablauf und erfordern ein wiederholtes Nachjustieren.
Deshalb stelle ich mir bei jedem Hilfsmittel die Frage: Was erleichtert meinen Praxisalltag tatsächlich und gehört damit dauerhaft auf mein Standardtray? Hygoformic Bio von Orsing hat sich für mich zu einem solchen Hilfsmittel entwickelt.
Der Hygoformic-Speichelsauger ist ein Einmalprodukt und wird aus biobasiertem Polyethylen (Green PE) aus nachwachsendem Zuckerrohr hergestellt. Mit den passenden Adaptern eignet er sich für gängige Speichelsaugeranschlüsse. Erhältlich ist er in zwei Größen: als Hygoformic Bio für Erwachsene und als Hygoformic L Bio für Kinder.
Dank seiner spiralförmigen, individuell formbaren Konstruktion lässt sich der Hygoformic-Speichelsauger an die jeweilige Behandlungssituation anpassen und stabil positionieren. Bei korrekter Platzierung bleibt er selbstständig in Position, sodass ein wiederholtes Nachjustieren in der Regel nicht erforderlich ist.
Davon profitieren auch viele Patienten. Eine sorgfältig angepasste Positionierung kann den Würgereiz reduzieren und zu einer ruhigeren Behandlung beitragen. Gleichzeitig bleiben das Arbeitsfeld gut einsehbar und die Hände für die Instrumentenführung frei. Für mich ermöglicht dies einen flüssigeren Workflow und eine ergonomisch günstigere Arbeitshaltung.
Auf die richtige Positionierung kommt es an
Zu Beginn lege ich den Absaugschlauch über den Patienten. Anschließend positioniere ich den Hygoformic-Speichelsauger entsprechend dem vorgesehenen Behandlungsbereich (Abb. 1).
Als besonders angenehm empfinden viele Patienten, dass sie den Mund bei der vestibulären Behandlung schließen können. Dadurch wird die Kiefermuskulatur entlastet, was vor allem bei längeren Behandlungen zu einer entspannteren Behandlungssituation beitragen kann (Abb. 2).

Schaut der Patient geradeaus beziehungsweise zur Mitte, platziere ich den Hygoformic-Speichelsauger auf der rechten Wangenseite. Diese Position eignet sich besonders für die vestibuläre Behandlung des ersten und vierten Quadranten.
Wird der Kopf nach rechts gedreht, lassen sich der erste und vierte Quadrant oral sowie der zweite und dritte Quadrant vestibulär gut behandeln (Abb. 3). Schaut der Patient nach links, platziere ich den Speichelsauger auf der linken Wangenseite. Diese Position ist insbesondere für die orale Behandlung des zweiten und dritten Quadranten geeignet (Abb. 4).
Entscheidend ist, die Position stets an die individuellen anatomischen Gegebenheiten des Patienten und die jeweilige Behandlungssituation anzupassen.
Einsatz bei der Ultraschallbehandlung
Bei der Ultraschallbehandlung unterstützt der Hygoformic-Speichelsauger bei geeigneter Patientenlagerung die Absaugung. Gleichzeitig kann er anstelle des Mundspiegels zum Abhalten der Wange eingesetzt werden und dadurch die Sicht auf das Behandlungsfeld verbessern. Nach meiner Erfahrung wird das Wasser bei korrekter Positionierung zuverlässig abgesaugt, ohne die Kühlung der Ultraschallspitze zu beeinträchtigen. Um eine ausreichende Kühlung sicherzustellen, verwende ich bei der Ultraschallbehandlung neben dem Hygoformic-Speichelsauger keinen zusätzlichen großen Sauger. Bei umfangreichen Ablagerungen kann ein häufigerer Wechsel des Speichelsaugers erforderlich sein (Abb. 5).
Einsatz bei der Pulver-Wasser-Strahltechnik
Auch bei der Pulver-Wasser-Strahltechnik erleichtert der Hygoformic-Speichelsauger meinen Arbeitsablauf. Bei dieser Anwendung positioniere ich den Sauger in der Wange. Zusätzlich halte ich mit dem großen Sauger ab und sauge das entstehende Pulver-Wasser-Gemisch ab (Abb. 6).
Unterstützung bei der Fissurenversiegelung
Bei der Fissurenversiegelung im Unterkiefer unterstützt die integrierte Zungenhalterung eine gute Sicht und ein trockenes Arbeitsfeld. Der Hygoformic-Speichelsauger entfernt Speichel und fungiert gleichzeitig als sanfter Zungenhalter. Dafür lege ich ihn zwischen Zahnreihe und Zunge ein. Eine zusätzliche Fixierung durch eine Assistenzkraft ist somit nicht erforderlich (Abb. 7).
Im Oberkiefer lege ich den Hygoformic- Speichelsauger quer ein. Dadurch lässt sich verhindern, dass die Zunge den für die Fissurenversiegelung vorgesehenen Zahn berührt (Abb. 8a+b).
Mein Fazit
Hygoformic Bio erleichtert mir die assistenzlose Prophylaxebehandlung spürbar. Der Speichelsauger unterstützt eine zuverlässige Absaugung, hält je nach Positionierung Wange oder Zunge vom Arbeitsfeld fern und ermöglicht dadurch eine bessere Sicht sowie eine ergonomischere Arbeitshaltung.
Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz ist eine sorgfältige, an die jeweilige Behandlungssituation angepasste Platzierung. Richtig eingesetzt, trägt Hygoformic Bio für mich zu einem ruhigeren und flüssigeren Behandlungsablauf bei.
PATRICIA RIED
Dentalhygienikerin und Referentin
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www.patriciaried.de