Event mit Tiefgang

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der 25. September ist bundesweit als „Tag der Zahngesundheit“ festgelegt und ehrlich: Spielt er in Ihrer Praxis eine besondere Rolle? Es ist Ihnen überlassen, diesen Tag besonders zu gestalten. Die wahre Power liegt in der Öffentlichkeitswirksamkeit. War er in frühen Jahren eine Gelegenheit, bei einem Festakt Politik und Gesellschaft für Zahngesundheit und die Relevanz präventiver Maßnahmen zu sensibilisieren, so ist er heute mit zunehmender Bedeutung von „Public Health“ zum absoluten Event mutiert, bei dem die Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) aller Bundesländer mit PR-wirksamen Aktionen punkten. Der Slogan für 2026 lautet: „Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“.

Wie sich dieser Ansatz in der Praxis manifestiert, konnte ich unlängst bei einem LAGZ- Besuch in einer 5./6. Mittelschulklasse erleben. Auf die Frage „Was bedeutet für dich ,Gesund beginnt im Mund`?“ waren die Antworten der Schüler anfangs verhalten, dann in ihrer Aussage aber eindeutig. Ist der Mund nicht gesund, leidet nicht nur der Körper, sondern mit Blick auf die reduzierte Ästhetik kariöser Zähne ebenso die Psyche und das Selbstwertgefühl. In einer Welt, in der digitale Medien das Leben der heranwachsenden Generation bestimmen und die Außendarstellung an erster Stelle steht, ist der Faktor „Aussehen“ ein zentrales Thema. Die Gesundheit spielt meist eine untergeordnete Rolle („das kann man später noch hinkriegen“), der Zahngesundheit wird dennoch eine zusehends gesteigerte Aufmerksamkeit geschenkt. Schöne Zähne gelten als Schlüssel für soziale Akzeptanz und strahlendes Lächeln birgt die Möglichkeit, „im Mittelpunkt“ zu stehen.

Wenden wir uns dem zweiten Teil des Slogans zu – „Kau dich fit!“ –, so frage ich mich, ganz banal: „Kauen kann doch jeder?“. Warum bedarf es einer expliziten Aufforderung zu einem ureigensten Prozess, der dem Menschen zum Überleben dient? Die Antwort liegt in unserer Ernährung begründet. Insbesondere die jüngere, konsumstarke Generation tendiert dank Fast Food und flüssiger Mahlzeiten zu zeitsparendem Essverhalten, bei dem das Kauen kaum oder nicht mehr notwendig ist. Essen „to go“ ist trendy. Man isst, atmet, telefoniert nebenbei und nimmt bestenfalls noch einen Hauch des „Food“ wahr. Wo letztendlich die Verdauung mit ihrem vielgepriesenen Mikrobiom bleibt, das weiß, wenn nicht entsprechend aufgeklärt wird, niemand.

Wir werden hier erste wichtige Schritte unternehmen. So freue ich mich, für die LAGZ Bayern gemeinsam mit Schulen, Kitas, Politik und der gesamten Öffentlichkeit in diesem Jahr in Mellrichstadt in Unterfranken ein Super-Event zum Tag der Zahngesundheit feiern zu dürfen, denn „Gesund beginnt im Mund“ …

Herzlichst

Dr. Brigitte Hermann

Geschäftsführerin der LAGZ