Gemeinsam im Einsatz für die Kinderkrebsforschung (v. l. n. r.): Martin Wunnike, Vorstand Verein zur Förderung krebskranker und körperbehin- derter Kinder Ostbayern e. V. (VKKK), Prof. Dr. Dr. Peter Proff, Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie am UKR und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Prof. Dr. Selim Corbacioglu, Direktor der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzellentransplantation am UKR, Alexandra und Armin Wolf, Organisatoren des Regensburger Weihnachtssingens, Dr. Elmar Baumer, 1. Vorsitzender Lions-Hilfswerk Weiden e. V., Dr. Dr. Frank Wohl, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Markus Blume, MdL, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Dr. Cosima Rücker, 1. Vorsitzende des Zahnärztlichen Bezirksverbandes Oberpfalz.
Foto: Axel König/STMWK

250.000 Euro für Kinderkrebsforschung

Dr. Dr. Frank Wohl übergibt Erlös der Oberpfälzer Zahnaltgold-Sammelaktion

Ein starkes Zeichen für gesellschaftliches Engagement und medizinischen Fortschritt setzte die VI. Oberpfälzer Zahnaltgold-Sammelaktion: Dr. Dr. Frank Wohl, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK), und Dr. Elmar Baumer, 1. Vorsitzender des Lions-Hilfswerkes Weiden, überreichten Ende Juni im Universitätsklinikum Regensburg (UKR) einen Spendenscheck in Höhe von 250.000 Euro. Die Rekordsumme fließt in das Projekt „Franzi“. Unterstützt wird damit der geplante Neubau eines Forschungszentrums für Kinderonkologie, Herz- und seltene Erkrankungen. Diese Einrichtung soll künftig die wissenschaftliche Arbeit und die Entwicklung neuer Therapien entscheidend voranbringen. Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, MdL, begleitete die feierliche Übergabe.

BLZK-Präsident Wohl: „Als Zahnarzt muss man sich trotz des durchbürokratisierten Praxisalltages die Zeit nehmen, die Patienten über den Spendenzweck aufzuklären – die Hilfe für krebskranke Kinder.“

Allein die Vorstellung davon, was Familien durchmachen, wenn das eigene Kind lebensbedrohlich erkrankt, ist schwer erträglich. Doch immer mehr Kindern kann geholfen werden – der Forschung sei Dank. Und so gibt jede Spende, die der Kinderkrebsforschung zugutekommt, Hoffnung für die Betroffenen. Mit dem neuen Forschungszentrum in Regensburg soll eine hochmoderne Laborinfrastruktur entstehen, in der wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die klinische Praxis übertragen werden können. Ziel ist es, innovative und individuell zugeschnittene Therapien für junge Patientinnen und Patienten zu entwickeln und die Erfolgschancen in der Behandlung schwerer Erkrankungen weiter zu verbessern. Für das Bauvorhaben stellt der Freistaat Bayern fünf Millionen Euro bereit. Weitere fünf Millionen Euro sollen durch Spenden finanziert werden. Die aktuelle Rekordspende aus der VI. Oberpfälzer Zahnaltgold-Sammelaktion ist hierbei ein bedeutender Meilenstein.

Sie ist das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Bayerischen Landeszahnärztekammer, der Oberpfälzer Zahnärzteschaft und dem Lions Club Weiden, organisiert von Dr. Dr. Frank Wohl. Rund 60 Zahnarztpraxen in der Oberpfalz beteiligten sich an der Aktion und sammelten über einen längeren Zeitraum das von Patientinnen und Patienten gespendete Zahngold. Die vielen Einzelspenden hätten für jeden Patienten allein nur geringen Wert, denn ließen alle das Gold selbst scheiden, würde durch die dadurch entstehenden Kosten der Wert des Altmetalles größtenteils aufgezehrt. Die Oberpfälzer Zahnaltgold-Sammelaktion hingegen führt regelmäßig solche Spenden in hoher Zahl zusammen. Die Firma Kulzer, die das Altmaterial übernimmt, aufbereitet und vergütet, spendet ihrerseits die Aufbereitungskosten wieder zurück an die Aktion. Der Erlös der aktuellen Sammlung fließt nun vollständig in den Aufbau einer modernen Forschungsinfrastruktur am UKR.

BLZK-Präsident Dr. Dr. Frank Wohl: „Unbeschreiblich stolz auf Kolleginnen und Kollegen“

Für den BLZK-Präsidenten ist die Sammelaktion lebendiges Beispiel dafür, wie die Menschen in der Region hinter dem Klinikum und der Kinderonkologie stehen. „Ich bin unbeschreiblich stolz auf meine Kolleginnen und Kollegen, die hier in so vorbildlicher Weise bürgerschaftliches Engagement zeigen und durch ihre tatkräftige Unterstützung soziale Projekte in der Region entscheidend voranbringen. Dies zeigt sehr eindrucksvoll die tiefe Verwurzelung der Oberpfälzer Zahnärzte in ihrer Heimat“, so Dr. Wohl. Schließlich werde nicht einfach eine Spendendose an der Rezeption in der Zahnarztpraxis aufgestellt. „Als Zahnarzt muss man sich trotz des durchbürokratisierten Praxisalltages die Zeit nehmen, die Patienten über den Spendenzweck aufzuklären – die Hilfe für krebskranke Kinder.“

Wissenschaftsminister Markus Blume: Ein Hoffnungstermin!

Wissenschaftsminister Markus Blume ließ keinen Zweifel daran, dass die Forschungseinrichtung gebaut wird. Die Spendensumme sei nicht nur Ausdruck großer Solidarität, sondern zugleich ein wichtiger Beitrag für die Zukunft der medizinischen Forschung in Bayern. „Helfen ist Gold wert! Herzlichen Dank an die Landeszahnärztekammer, die zusammen mit dem Lions Club Weiden eine Sammelaktion für altes Zahngold ins Leben gerufen hat und damit die Kinderonkologie am Universitätsklinikum Regensburg mit einer Spende von 250.000 Euro unterstützt.“ Dies, so Blume, sei beeindruckendes bürgerschaftliches Engagement und ein wichtiger Baustein für das neue Forschungszentrum für Kinderonkologie „Franzi“ in Regensburg. Der Minister betonte, gerade die Kinderonkologie lebe von Forschung und Fortschritt: „Neues Wissen und neue Therapien geben Hoffnung, weil sie den jungen Patientinnen und Patienten helfen und am Ende vielleicht unheilbare Krankheiten heilen können. Vergelt‘s Gott an die Oberpfälzer Zahnärzte, an Dr. Dr. Frank Wohl, der die Aktion organisiert, und besonders an alle Spenderinnen und Spender!“

Das große Medieninteresse zeigt, wie ausgeprägt das öffentliche Bewusstsein für die zukünftige Forschungseinrichtung ist.

Prof. Dr. Selim Corbacioglu: Forschung als Schlüssel zum Behandlungserfolg

Wie wegweisend kontinuierliche Forschung für die Behandlung krebskranker Kinder ist, erläuterte Prof. Dr. Selim Corbacioglu, Direktor der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation am UKR. Er machte deutlich, dass die geplante Forschungsstätte weit mehr als ein neues Gebäude sei – sie bilde die Grundlage dafür, die Erfolgsgeschichte der Kinderonkologie fortzuschreiben und neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in wirksame Therapien umzusetzen.

„Ich möchte der Bevölkerung zurückspiegeln, dass die Spenden, die für dieses Gebäude, dieses Projekt und diese Idee gesammelt wurden, sehr gut angelegt sind. Denn die Erfolgsgeschichte der Kinderonkologie basiert darauf, dass Kinder über mehr als 50 Jahre hinweg in klinischen Studien behandelt wurden. Jede einzelne Erkrankung wird erfasst, die Erkenntnisse werden systematisch ausgewertet und die entsprechenden Konsequenzen gezogen – sodass wir heute durchschnittlich 80 Prozent dieser Patientinnen und Patienten heilen können. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Heilung liegt in der Grundlagenforschung. Vielen herzlichen Dank, lieber Frank. Mir ist es ein besonderes Anliegen, dass wir gemeinsam daran arbeiten, die Oberpfalz als Forschungsstandort dauerhaft attraktiv zu halten – denn Forschung und Innovation sind das, was uns in Deutschland wirklich voranbringt.“

Julika Sandt
Leiterin der Stabsstelle Politik der BLZK