Wie ein Zahntrauma zum Wendepunkt für bessere Mundgesundheit werden könnte
Ein Beitrag von Sakuntha Ratnapreya und Julian Schmoeckel
Eine traumatische Zahnverletzung ist ein häufiger Befund in der Kinderzahnheilkunde. Es wird berichtet, dass mehr als eine Milliarde Menschen weltweit ein dentales Trauma erlebt haben. Sie werden leider oft unterschätzt. Häufige Ursachen sind Stürze, sportliche Aktivitäten und Verkehrsunfälle, wobei anatomische Merkmale wie ein vergrößerter Overjet und ein inkompetenter Lippenschluss das Risiko erhöhen. Bei Zahntraumata entstehen Verletzungen der Zähne und auch der umgebenden Strukturen, also des Parodonts und des Alveolarknochens. Eine Studie unserer Arbeitsgruppe aus Greifswald, bei der retrospektiv Daten aus den Jahren 1974–1989 und 2014–2016 erhoben wurden, zeigte eine Prädisposition für Jungen und ein Durchschnittsalter von elf Jahren für Frontzahntrauma im permanenten Gebiss. Der obere mittlere Schneidezahn war am häufigsten betroffen, wobei Schmelz-Dentin-Frakturen die häufigste (offensichtliche) Verletzungsart in beiden Kohorten darstellten. Im Gegensatz dazu treten im Milchgebiss Subluxationen und Luxationsverletzungen am häufigsten auf.