Orthopantomogramm (OPG) aus Juli 2016 zeigt den Gebisszustand in der ersten Wechselgebissphase mit (teilweise sehr) tiefer Approximalkaries an den Milchmolaren sowie unterminierender Resorption an den Zähnen 55 und 65, was bereits auf ein großes Risiko für Platzverlust und Engstand (und spätere KFO-Behandlungsindikation) hinweist.
Foto: Sakuntha Ratnapreya / Julian Schmoeckel

Ein Unfall als Chance?

Wie ein Zahntrauma zum Wendepunkt für bessere Mundgesundheit werden könnte

Ein Beitrag von Sakuntha Ratnapreya und Julian Schmoeckel

Eine traumatische Zahnverletzung ist ein häufiger Befund in der Kinderzahnheilkunde. Es wird berichtet, dass mehr als eine Milliarde Menschen weltweit ein dentales Trauma erlebt haben. Sie werden leider oft unterschätzt. Häufige Ursachen sind Stürze, sportliche Aktivitäten und Verkehrsunfälle, wobei anatomische Merkmale wie ein vergrößerter Overjet und ein inkompetenter Lippenschluss das Risiko erhöhen. Bei Zahntraumata entstehen Verletzungen der Zähne und auch der umgebenden Strukturen, also des Parodonts und des Alveolarknochens. Eine Studie unserer Arbeitsgruppe aus Greifswald, bei der retrospektiv Daten aus den Jahren 1974–1989 und 2014–2016 erhoben wurden, zeigte eine Prädisposition für Jungen und ein Durchschnittsalter von elf Jahren für Frontzahntrauma im permanenten Gebiss. Der obere mittlere Schneidezahn war am häufigsten betroffen, wobei Schmelz-Dentin-Frakturen die häufigste (offensichtliche) Verletzungsart in beiden Kohorten darstellten. Im Gegensatz dazu treten im Milchgebiss Subluxationen und Luxationsverletzungen am häufigsten auf.

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