KZVB unterstützt Kampf gegen Infektionskrankheit
Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach wirbt für einen konsequenten Impfschutz gegen Hepatitis B – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) rief sie bereits im Juli zur Überprüfung des Impfstatus auf. Sie betonte: „Hepatitis B kann durch eine frühzeitige Impfung vermieden werden. Die Impfung schützt unsere Kinder vor lebenslangen gesundheitlichen Folgen.“

Die KZVB unterstützt den Kampf der Ministerin gegen diese Infektionskrankheit nun mit einem Praxisplakat. Die simple Frage auf dem Plakat lautet: „Schon gegen Hepatitis B geimpft?“ Dr. Rüdiger Schott erklärt, warum gerade Zahnarztpraxen der richtige Ort für das Plakat sind: „Wir haben mit Abstand die meisten Patientenkontakte. Statistisch gesehen geht jeder Bayer 1,5 Mal im Jahr zum Zahnarzt. Eine hohe Impfquote ist auch im Interesse der Zahnärzte und des Praxispersonals. Die zahnmedizinische Behandlung von Hepatitis-B-Patienten stellt eine besondere Herausforderung dar. Der Bayerische Landtag hat die Staatsregierung dazu aufgefordert, ihre Anstrengungen im Kampf gegen Hepatitis B weiter zu intensivieren. Ziel ist, diese Krankheit bis 2030 zu eliminieren. Dazu können die bayerischen Zahnärzte mit unserem Praxisplakat einen Beitrag leisten.“ Zusätzlich zum Plakat finden Patienten auf der Website kzvb.de Informationen zur Impfung sowie Links zur LAGI und zur STIKO.
Aktuelle Impfquotendaten des RKI zeigen, dass in Bayern und Deutschland etwa 75 Prozent der zweijährigen Kinder geimpft sind. Im Alter von sechs Jahren sind in Bayern rund 83 Prozent der Kinder geimpft. Erst ab einer Impfquote von 95 Prozent wäre aber die sogenannte Herdenimmunität erreicht. Dieses Ziel haben Länder wie Portugal, Frankreich oder Italien bereits erreicht.
Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer und LAGI-Mitglied, sieht in der Impfung gegen Hepatitis B eine „beispielhafte Form der Primärprävention“. Sie schütze immungesunde Menschen wirksam vor einem Ausbruch der Erkrankung und verhindere zuverlässig schwere Verläufe. Neben der möglichst frühzeitigen Impfung im Kindes- oder Jugendalter ist bei Ungeschützten die Früherkennung einer Infektion durch Tests besonders wichtig. Denn viele der Betroffenen wissen nicht, dass sie infiziert sind und können so chronisch erkranken und zudem die Erreger unbewusst weiterverbreiten. Ein kostenfreies Screening auf bestehende Infektionen mit Hepatitis B und C ist seit Ende 2020 im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung Check-up 35 möglich.
Leo Hofmeier